WooCommerce vs. Shopify: Was passt wirklich zu Ihrem Onlineshop?

Viele vergleichen bei der Systemwahl nur die monatlichen Kosten. „Shopify kostet x im Monat, WooCommerce ist doch kostenlos, oder?“ – das ist das Level, auf dem die Entscheidung oft getroffen wird. In der Praxis geht es aber um etwas anderes: Kontrolle, Erweiterbarkeit, SEO, Abhängigkeiten und darum, wie gut der Shop zu Ihrem Alltag und Ihren Abläufen passt.

Ich bin Lukas Vosylius, Webentwickler hinter jetweb.tech. Ich plane, entwickle und betreue Onlineshops – vor allem mit WooCommerce und individuellen Lösungen. In diesem Artikel bekommen Sie keine Plattform-Lobhudelei, sondern eine nüchterne Einordnung: Wann reicht Shopify? Wann lohnt sich WooCommerce? Und vor allem: Welche Entscheidung rächt sich später? Wenn Sie danach konkret einsteigen wollen, finden Sie mehr zu meiner Arbeit unter Onlineshop erstellen lassen.

Kurzantwort: WooCommerce oder Shopify?

Wenn ich es in einem Satz sagen müsste: Shopify ist gut, wenn Sie „einfach verkaufen“ wollen. WooCommerce ist besser, wenn der Shop ein Teil Ihrer Geschäftslogik ist und mit Ihnen wachsen soll.

Shopify spielt seine Stärke aus, wenn Sie schnell starten wollen, Ihr Sortiment überschaubar ist und Sie keine besondere Logik benötigen – also keine B2B-Regeln, keine komplexen Preisstrukturen, keine tiefen Schnittstellen und kein Content-Konzept, das über ein paar Produkttexte hinausgeht.

WooCommerce spielt seine Stärke aus, wenn Sie Kontrolle und Freiheit brauchen: eigene Geschäftslogik, Automatisierungen, Schnittstellen, Content-Marketing, SEO als ernsthaften Kanal und die Option, die Technik nicht irgendwann wieder komplett tauschen zu müssen. Die Entscheidung ist weniger eine technische Vorliebe, sondern eine Frage Ihres Geschäftsmodells.

Worin sich WooCommerce und Shopify wirklich unterscheiden

Kontrolle und Eigentum

Mit WooCommerce gehört Ihnen das System im Kern selbst. Sie betreiben Ihren Shop auf einer eigenen WordPress-Installation, wählen das Hosting, steuern die Umgebung, haben Zugriff auf Dateien, Datenbank und Code. Wenn etwas angepasst werden muss, kann ich das direkt dort tun. Wenn Sie den Hoster wechseln wollen, ziehen wir das Projekt um. Wenn ein Feature nicht existiert, kann ich es bauen.

Bei Shopify sind Sie Mieter in einem fertigen System. Das hat Vorteile: Viele technische Themen (Infrastruktur, Grundsicherheit, Updates der Plattform) liegen bei Shopify und sind für Sie erst einmal „weg vom Tisch“. Aber es hat Konsequenzen: Sie akzeptieren, dass bestimmte Dinge gar nicht oder nur begrenzt möglich sind. Wenn Shopify an zentralen Stellschrauben etwas ändert, ändern Sie sich mit – ob Sie wollen oder nicht.

Das kann eine gute Lösung sein, wenn Sie genau im vorgesehenen Rahmen bleiben. Wenn Ihr Geschäftsmodell aber nicht „Shopify-Standard“ ist, zahlen Sie die fehlende Kontrolle früher oder später mit Workarounds, Apps und Frust.

Erweiterbarkeit und Sonderfunktionen

In fast jedem realistischen Projekt kommt irgendwann der Satz: „Wir brauchen da noch so eine kleine Funktion.“ Genau da trennen sich die Systeme.

Shopify arbeitet stark mit Apps. Brauchen Sie etwas, das im Standard nicht da ist, schauen Sie in den App-Store: Rabattfunktionen, besondere Versandregeln, Bundles, Subscription-Modelle, Upsells, E-Mail-Marketing – vieles geht über Apps. Das ist bequem, solange Sie wenige, klar definierte Anforderungen haben.

Problematisch wird es, wenn Sie individuelle Logik brauchen: B2B-Preislogik, Händlerbereiche, Freigabeprozesse, interne Workflows, tiefe Integrationen mit externer Software, komplexe Konfiguratoren, Gutschein-, Kurs- oder Mitglieder-Modelle mit eigenen Regeln. Sie können versuchen, das alles mit Apps zusammenzustecken – oder Sie haben ein System wie WooCommerce, bei dem sich solche Dinge sauber ins Gesamtsystem integrieren lassen.

In WooCommerce kann ich – wenn es sein muss – direkt in Ihrer Logik ansetzen: eigene Plugins, eigene Endpunkte, automatisierte Abläufe, Verknüpfungen mit Dritt-Systemen. Statt zehn Apps, die alle ihren eigenen Kopf haben, gibt es eine durchdachte Lösung. Genau deshalb laufen viele meiner Projekte – B2B-Shops, Gutscheinshops, Rechner/Kalkulatoren – auf WooCommerce-Basis mit individueller Entwicklung.

SEO, Content und Struktur

Wenn Sie ernsthaft über SEO und Content Kunden gewinnen wollen, ist die Shopwahl eine strukturelle Entscheidung.

WooCommerce läuft auf WordPress. Das heißt: Sie haben eine extrem flexible Basis für Inhalte – Blogartikel, Ratgeber, Landingpages, thematische Hubs, interne Verlinkungsstrukturen, alles frei kombinierbar mit Ihren Produkten. Sie können Ihre Website als Mischung aus Shop, Magazin und Wissensbasis aufbauen. Für langfristige organische Sichtbarkeit ist das ein massiver Vorteil.

Shopify ist im SEO-Bereich nicht schlecht, aber es bleibt eben eine Plattform mit fest definierten Strukturen. Sie können gute Produktseiten bauen, solide Kategorieseiten, auch Landingpages – aber viele Dinge erfordern Apps oder bleiben limitiert. Wenn Content für Sie nur „ein bisschen Text bei den Produkten“ bedeutet, wird das kaum auffallen. Wenn Content aber ein ernsthafter Marketingkanal sein soll, spüren Sie die Grenzen früher.

Viele Shops, die ich übernehme, haben genau hier das Problem: falsches System gewählt, Content nie mitgedacht, später teure Korrekturen. Wenn Sie sich einen Eindruck machen wollen, wie ich über Onlineshop-Kosten und Struktur denke, lesen Sie gern zusätzlich: Was kostet ein Onlineshop wirklich? Ein ehrlicher Überblick ab ca. 2.000 € .

Plattform-Risiko und Abhängigkeit

Ein Punkt, den viele unterschätzen: Strategische Abhängigkeit. Wenn Sie Ihr komplettes Geschäft auf eine Plattform legen, hängt viel von deren Entscheidungen ab. Preisstrukturen, Gebührenmodelle, technische Limits, geänderte Richtlinien – all das können Sie nicht beeinflussen, sondern nur mitgehen oder migrieren.

Mit WooCommerce haben Sie dieses Risiko in geringerem Ausmaß. Natürlich sind Sie auch dort nicht vollkommen unabhängig (es gibt z. B. Hosting-Anbieter, Plugins, Dritt-Services), aber die Basis – Ihr Shop-System – ist nicht von den Launen einer einzigen Plattform abhängig. Das klingt abstrakt, bis man das erste Mal an eine Grenze prallt, die sich technisch nicht „wegprogrammieren“ lässt, weil die Plattform schlicht „Nein“ sagt.

Kosten: Was ist wirklich günstiger?

Shopify-Kosten im Alltag

Shopify wirkt am Anfang oft sympathisch, weil der Einstieg klar bepreist ist: Paket X kostet so viel im Monat, dazu Transaktionsgebühren. Was in der Realität dazu kommt, sind die App-Ketten: Marketing-App hier, Rabatt-App dort, spezielle Versand-App, Reporting-App, Custom-Fields-App, Landingpage-Builder … jede für sich vielleicht noch günstig, in Summe aber regelmäßig ein relevanter Posten.

Wenn Ihr Shop klein bleibt, kann das völlig in Ordnung sein. Wenn Sie ernster skalieren, steigen die App-Kosten und Plattformgebühren mit. Das Problem ist weniger, dass es etwas kostet – das Problem ist, dass jede App auch ein technischer Faktor ist: Updates, Kompatibilität, Performance.

WooCommerce-Kosten im Alltag

Bei WooCommerce haben Sie auf den ersten Blick mehr „Baustellen“: Hosting, Theme, Plugins, Entwicklung, Wartung. Das wirkt schnell wie mehr Aufwand – ist es anfangs auch. Gleichzeitig zahlen Sie hier in ein System ein, das Ihnen gehört. Premium-Plugins und Themes sind in der Regel klare Einmalkosten oder nachvollziehbare Lizenzen, keine Plattformmiete.

Der entscheidende Unterschied: Bei WooCommerce investieren Sie in eine Basis, die sich langfristig an Ihre Bedürfnisse anpassen lässt. Wenn sich Ihr Geschäft ändert, können wir den Shop umbauen, ohne die Grundplattform wechseln zu müssen. Das spart häufig genau die Kosten, die später bei einer Migration von einer Plattform auf eine andere anfallen würden.

Deshalb lautet meine Erfahrung nach vielen Projekten: Die wichtigere Frage ist nicht „Wie hoch ist die monatliche Gebühr?“, sondern: Wie teuer wird es, wenn wir in zwei, drei Jahren merken, dass das System nicht mehr zu Ihrem Modell passt?

Für wen Shopify passt

Shopify ist eine sinnvolle Wahl, wenn Sie ehrlich sagen können:

Sie haben ein überschaubares Sortiment, Sie brauchen keine wilde Sonderlogik, der Standard-Checkout reicht Ihnen, Sie wollen in den nächsten Jahren vor allem umsatzseitig wachsen, aber nicht unbedingt stark an der Technik schrauben. Sie wollen möglichst schnell live sein und sind bereit, im Gegenzug bestimmte Plattform-Limits zu akzeptieren.

Typische Beispiele:

Ein klares D2C-Produkt mit wenig Varianten, ein kleiner Nebenkanal zum stationären Geschäft, ein testweiser Einstieg in den Onlineverkauf, bei dem es vor allem darum geht, ob das Angebot grundsätzlich funktioniert. Für solche Szenarien kann Shopify ein sehr pragmatischer Weg sein – solange man nicht so tut, als könne man damit jede Geschäftslogik dieser Welt abbilden.

Für wen WooCommerce passt

WooCommerce ist fast immer die bessere Wahl, wenn Sie das Gefühl haben: Der Shop ist ein zentrales Werkzeug in unserem Tagesgeschäft – nicht nur ein „digitales Regal“.

Dann reden wir über Schnittstellen zu Warenwirtschaft, Buchhaltung, CRM; über B2B mit unterschiedlichen Preisregeln; über Rabattlogiken, die nicht per Standardfeld abbildbar sind; über Gutscheinsysteme, Kursverkäufe, Wartungsverträge, Konfiguratoren, individuelle Berechnungen. Ich habe solche Setups in verschiedenen Projekten umgesetzt – B2B-Shops, Gutschein- und Kursmodelle, Kalkulatoren – immer mit der Idee, dass der Shop Teil der Prozesslandschaft des Unternehmens ist, nicht nur eine hübsche Hülle.

Wenn Sie außerdem wissen, dass Content, Sichtbarkeit und SEO langfristig wichtig sind, ist die Kombination aus WordPress + WooCommerce der logische Schritt. Ihr Shop ist dann kein isoliertes System, sondern eingebettet in eine Website, die auch als Ratgeber, Wissensbasis und Vertrauensaufbau funktioniert.

Typische Fehler bei der Entscheidung

Der häufigste Fehler, den ich in der Praxis sehe, ist brutal simpel: Es wird auf Basis eines Bauchgefühls oder eines Werbeversprechens entschieden.

„Das System hat mir jemand empfohlen“, „Die Werbung klang gut“, „Da war schon ein Theme dabei“ – und dann wird losgelegt. Nach zwei Jahren stellt man fest, dass entweder nichts mehr erweiterbar ist oder dass man einen aufgeblasenen Shop hat, der die Hälfte der Anforderungen nur mit Workarounds erfüllt.

Genauso problematisch sind Entscheidungen nach dem Motto „Wir nehmen einfach das Billigste“ oder „Wir bauen alles mit Apps, dann brauchen wir keinen Entwickler“. Billig ist nur dann billig, wenn es nicht ein Jahr später durch eine Migration und x Stunden Problembehebung neutralisiert wird. Und App-Wildwuchs ist keine Entwicklungsstrategie, sondern eine Zeitbombe.

Ein dritter Klassiker: SEO und Content werden komplett ignoriert. Man „macht den Shop“, geht live – und fragt sich dann, warum nichts passiert. Erst wenn das Thema Sichtbarkeit drückt, merkt man, dass Struktur, Inhalte und technische Basis nie dafür geplant waren. Dann wird es teuer, egal welches System darunter liegt.

Wie ich mit Ihnen gemeinsam entscheide

Wenn ich mit Kunden über ein neues Shop-Projekt spreche, geht es am Anfang nicht um Themes, Tools oder „was ich persönlich lieber mag“, sondern um ein paar harte Fragen:

Was genau verkaufen Sie – Standardprodukte oder erklärungsbedürftige Angebote mit vielen Abhängigkeiten? Welche Prozesse hängen im Hintergrund dran – Warenwirtschaft, interne Freigaben, B2B-Strukturen? Wie wichtig sind Content, SEO und organische Sichtbarkeit? Wie sieht Ihr Team aus, wer kümmert sich später um Inhalte und Technik? Wie viel Risiko wollen Sie bei Plattform-Abhängigkeiten tragen?

Aus diesen Antworten ergibt sich meist relativ klar:

Wenn Ihre Anforderungen nah am Standard liegen, Sie schnell starten wollen und kein tiefes Prozess-Thema haben, kann Shopify eine saubere Wahl sein. Wenn Ihr Shop dagegen mehr sein soll als eine digitale Kasse, ist WooCommerce meist der sinnvollere Weg – und wir sprechen über ein technisch sauberes, erweiterbares Setup, das nicht in zwei Jahren zum Problemfall wird.

Genau diesen Ehrlichkeitsfaktor bringe ich auch in andere Themen ein – egal ob es um Preise, technische Rettungsaktionen oder Baukasten vs. Entwickler geht. Wenn Sie ein Gefühl dafür bekommen wollen, wie ich ticke, lesen Sie gern auch: Wie ich Unternehmen aus Sinsheim & Umgebung bei Webprojekten unterstütze (ohne Agentur-Blabla) .

Passt Ihr Shop eher zu WooCommerce oder Shopify?

Wenn Sie an einem Punkt stehen, an dem Sie die Entscheidung treffen müssen oder bereits das Gefühl haben, mit Ihrem aktuellen System in einer Sackgasse zu stecken, schreiben Sie mir kurz, was Sie vorhaben: Welche Produkte, welches Modell, welche Besonderheiten, welche Systeme im Hintergrund, wie wichtig Content und SEO sind – ein paar Sätze reichen fürs Erste.

Ich sage Ihnen ohne Schönreden, welches System für Ihre Situation Sinn ergibt – und genauso offen, wann ein Standard-Setup vollkommen reicht und Sie sich ein großes Entwicklungsprojekt sparen können. Mir geht es nicht darum, Ihnen zwanghaft WooCommerce zu verkaufen, sondern darum, dass Sie nicht in zwei Jahren wieder bei Null anfangen.

Am einfachsten ist der Einstieg über die Kontaktseite. Wenn Sie vorher noch sehen wollen, wie ich Onlineshops angehe, finden Sie hier mehr dazu: Onlineshop erstellen lassen und ausgewählte Beispiele unter Projekte & Referenzen.